11. Dezember 2025
Kirchliche Architektur und Symbolik: Die Klasse 12a in St. Katharinen
Am 11. Dezember 2025 besuchte die Klasse 12a im Anschluss an den Tempelbesuch im Rahmen einer pädagogischen Kirchenführung der Nordkirche die St.-Katharinen-Kirche in Hamburg. Während des Ausflugs erfuhren wir viel über die Geschichte, die beeindruckende Architektur und die Bedeutung der Kirche. Die Führung war nicht nur spannend, sondern auch gut verständlich, wodurch wir zahlreiche neue Eindrücke gewinnen konnten.
Direkt am Eingang der Kirche ist eine Bibelvers zu lesen: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Dieser Vers stammt aus dem Hebräerbrief, Kapitel 13, Vers 14. Seine Bedeutung liegt darin, dass unser Leben auf der Welt vergänglich ist und Christen auf etwas Größeres und Ewiges hoffen. Nach der Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg wurde dieser Satz bewusst dort angebracht, um Hoffnung zu schenken und zu verdeutlichen, dass trotz allem ein Neubeginn möglich ist.
Die St. Katharinen Kirche ist eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs und wurde bereits im 13. Jahrhundert gegründet. Früher lebten in der Umgebung vor allem Bierbrauer, Schiffsbauer und Kaufleute, deren Arbeit eng mit dem Wasser verbunden war. Deshalb spielt das Thema Hafen und Wasser für die Kirche bis heute eine große Rolle. Durch den Bau der Speicherstadt mussten viele Menschen umziehen, wodurch die Gemeinde kleiner wurde. Heute wächst sie wieder, weil in der HafenCity neue Wohnungen entstehen.
Während einer Führung erfuhren wir auch von den Feuchtigkeitsschäden an den Kirchenwänden. Es wird vermutet, dass die Kirche im 19. Jahrhundert während der Französischen Besatzung als Pferdestall genutzt wurde. Der Urin der Pferde könnte dazu beigetragen haben, dass Salz in die Wände gelangte, welche daher bis heute Feuchtigkeit anzieht. Aus diesem Grund laufen derzeit Forschungsprojekte, um die Bausubstanz genauer zu analysieren und die Wände sorgfältig zu restaurieren.
Besonders eindrucksvoll war der Innenraum der Kirche. Die dreischiffige Architektur besteht aus einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, wobei das Mittelschiff höher ist und direkt zum Altar führt. Im Inneren stehen zwölf Pfeiler, die symbolisch die zwölf Jünger Jesu repräsentieren. Das Gewölbe ist mit kleinen Öffnungen und Sternen verziert, was den Himmel darstellen soll, ein typisches Merkmal der Backsteingotik. Ein zentraler Punkt in der Kirche ist die Kanzel. Sie wurde während der Reformation eingeführt, damit der Pastor sichtbar und gut hörbar predigen konnte. An der Kanzel sind die Symbole der vier Evangelisten zu sehen: der Löwe für Markus, der Stier für Lukas, der Adler für Johannes und der Engel für Matthäus. Der Altar ist nach Osten ausgerichtet, eine Tradition, die als „Ostung“ bekannt ist und das aufgehende Licht sowie Christus als Licht der Welt symbolisiert. Auf dem Altarbild ist die Pfingstgeschichte dargestellt, bei der der Heilige Geist auf die Jünger herabkommt. Die Taube steht hierbei als Symbol für den Heiligen Geist, während die drei Ringe um den Kopf Jesu für die Dreieinigkeit Gottes stehen.
Ein weiteres bedeutendes Symbol ist die Osterkerze, auf der das aktuelle Jahresdatum sowie die griechischen Buchstaben Alpha und Omega zu sehen sind, Zeichen für Anfang und Ende. Die Kerze wird in der Osternacht entzündet und verkörpert die Gegenwart Gottes. Ebenso zentral ist das Kruzifix, das Jesus am Kreuz zeigt und den Kern des christlichen Glaubens verdeutlicht. Interessanterweise haben wir erfahren, dass Ostern eine größere Bedeutung als Weihnachten hat, da es die Auferstehung Jesu feiert.
Die Kirche ist zu Ehren der heiligen Katharina benannt, die Namenspatronin der Kirche. Katharina war eine gebildete Königstochter, die als Märtyrerin wegen ihres Glaubens starb. Ihre typischen Attribute sind Krone, Rad, Schwert und Buch. Zudem ist sie die Schutzpatronin der Universität, weshalb die St. Katharinen Kirche auch als Universitätskirche gilt.
Am Ende sprachen wir über die Sakramente der evangelischen Kirche, von denen es zwei gibt: die Taufe, die für einen Neubeginn steht, und das Abendmahl, das mit Brot und Wein an das letzte Mahl Jesu erinnert. Besucher können auch Kerzen entzünden, um an geliebte Menschen zu denken oder persönliche Wünsche auszudrücken.
Der Besuch der St. Katharinen Kirche war insgesamt sehr lehrreich. Er zeigte uns, dass die Kirche nicht nur ein beeindruckendes historisches Bauwerk ist, sondern auch heute noch ein lebendiger Ort für Gottesdienste, Hochzeiten, Trauerfeiern und Konzerte ist. Der Ausflug bot uns wertvolle Einblicke in Hamburgs Geschichte und die kulturelle sowie religiöse Bedeutung der Kirche.


Bericht: Yağmur Kencbesü, Amira Mehani, Sabira Fetai, Aylin Lucia Alija